MacBook Pro Retina 2015 SSD tauschen

Mein altgedientes MacBook Pro 15 Zoll von 2010 fing an rumzuzicken. Dies äußerte sich dadurch, daß der Bildschirm schwarz wurde und/oder das MacBook Pro komplett den Dienst verweigerte, sodaß nur noch ein Neustart half. Die Recherche im Weltnetz ergab, daß dies ein altbekannter Fehler des Grafikchips bei dieser Serie ist.

In der e-Bucht fand ich Angebote über eine Reparatur und Autausch des Grafikchips. Der Preis hierfür schien angemessen, also investierte ich die ca. 100 europäische Währungseinheiten. Leider kam das MacBook Pro nicht wie erwartet repariert zurück. Eine Reklamation und abermals versuchte Reparatur verlief identisch mit dem Ergebnis, daß das MacBook Pro nun etliche Kratzer und Flecken mehr aufwies. Offenbar beschränken sich derartige Angebote nur auf das Nachlöten des Grafikchips und nicht auf den Austausch, den ich aber explizit forderte!

Nun gut, jedenfalls hatte ich vermehrt Probleme mit meinem MacBook Pro. Es mußte ein Nachfolger her (obwohl ich nach wie vor mit der Rechenleistung und auch sonst sehr zufrieden bin/war). Den letzten Impuls gab dann doch eine Veranstaltung, in der ich an einem eine ganzen Tag Keynote Präsentationen zeigte, und das MacBook Pro ständig durch Abstürze glänzte.

Die Wahl fiel auf das Nachfolgemodell von 2015 mit Retina Display. Dies deshalb, weil mir die ganz neuen Modelle mit “Streichel-Streifen” (Touchbar) einfach nicht gefallen und außerdem viel zu teuer sind. Mein ausgewähltes Modell wird mit 16GB RAM und 256 GB SSD für ca. 1900 europäische Währungseinheiten angeboten. Die Kapazität der SSD war mir von Anfang an zu klein; schließlich bin ich 1TB bei meinem aktuellen Modell gewohnt. Eine diesbezügliche Nachfrage nach einer größeren SSD wurde negativ beschieden; Modelle mit größerer SSD waren beim Händler schlicht nicht verfügbar. Na gut, dann eben dieses Modell und der Hoffnung auf Erweiterbarkeit.

Das neue MacBook

Das neue MacBook Pro Retina wurde bestellt und ich nutzte die Wartezeit mit Recherchen, welche SSD ich denn verwenden soll/kann. Der Schreck war groß, als ich realisierte, daß mein Obsthändler in diesen Modellen keine Standard-SSDs verbaute, sondern SSDs mit Apple eigenen Steckkontakten! Bravo Apple; so vergrault man sich treue Kunden. Mein nächster Rechner wird mit hoher Wahrscheinlichkeit ein Hackintosh werden.

Aber zurück zu meinem Problem; Es blieb mir nur die Wahl zwischen einem original Apple Produkt zu utopischen Preisen jenseits der 1k€ oder einer SSD von OWC zu ebenfalls stattlichen Preisen.
Im Weltnetz ist aber in diversen Foren von einer sehr hohen Wärmeentwicklung der OWC-Produkte zu lesen und deshalb wird von deren Einsatz im MacBook Pro Retina abgeraten.

Es gibt aber noch eine andere Seite im Netz (http://macandegg.de/upkeep/macbook-pro-retina-aufruesten-ssd-tauschen-und-speicher-erweitern), die von einer Lösung mit einem Adapter berichtet. Die Anleitung ist sehr gut und diese Seite machte mir Mut, die Umrüstung auch zu versuchen.

Es kam für mich nur die HyperX Predator mit 960 GB in Frage, weil ich unbedingt ca. 1 TB Speicher wollte (und auch brauche). Ich hatte also mein neues MacBook da, aber ich brauchte noch einen Adapter. Dieser kam von Sintech dauerte etwas länger, bis er geliefert wurde. Ein vergleichbarer Adapter von einem französischen Anbieter auf Amazon war nicht lieferbar. Aber, ich war sowieso 2 Wochen unterwegs und bei meiner Rückkehr war der Adapter auch schon im Briefkasten. Es dauerte eeitere 2 Tage von der Bestellung bis zur Lieferung der bestellten SSD.

Ich war recht verblüfft, als ich die winzigen Teile sah. All dies soll in das MacBook passen?
Das Öffnen des MacBook Pro Retina geht mit der Anleitung recht einfach, wenn man den notwendigen Pentalobe Schraubendreher hat.

Optisch sieht alles so aus, als ob das auch zusammenpaßt. Und – oh Wunder – der Austausch war sehr einfach.Das Einrichten am Mac war anschließend auch kein Problem. Die Anleitung auf http://macandegg.de ist auch hier sehr ausführlich.

Nachtrag 1:

Die SSD hat nach ca. 2 Wochen den Dienst versagt! Sie wird zwar vom System erkannt, aber ich kann nicht darauf zugreifen oder Partitionieren oder Formatieren. Die SSD wurde deshalb wieder ausgebaut und reklamiert. Die Reklamation beim Anbieter (über Amazon) verlief unproblematisch. Die SSD wurde nicht getauscht, sondern ich bekam mein Geld wieder.

Also neue SSD kaufen. Diese war etwas teurer als die erste, aber was will man machen!? Ein Tag nach der Bestellung war auch schon der Briefträger mit dem ersehnten Päckchen da. Natürlich wurde die SSD sofort ausgepackt und eingebaut.

MacOS X  Sierra

Die Einrichtung per Festplattendienstprogramm war schnell erledigt. Eine 1:1 Kopie von meinem alten MacBook wurde verweigert. Mein Neuerwerb akzeptiert nur moderne Betriebssysteme. Installationen vor El Capitan (MacOS X 10.11) verweigert das neue MacBook Pro. Also wurde zuerst Mac OS Sierra (MacOS X 10.12) aufgespielt. Daten per Migrationsassistent vom alten MacBook Pro (Yosemite, MacOS X 10.10) übertragen und …. alles läuft. Na ja, bis auf einige inkompatible Programme. Wie sieht es mit Upgrades aus? Gefällt mir nicht, daß mein Obsthändler quasi nur noch Software von seinem Laden zulassen will. Ich hatte massive Einschränkungen, meine bestehenden Programme laufen zu lassen.

El Capitan

Also zurück zum alten (für mich neuen) El Capitan (MacOS X 10.11). Vielleicht ist der etwas freundlicher mit mir!?
Also, El Capitan installiert – klappte anstandslos. Dann gleich eine BootCamp Partition angelegt für Windows 7. Doch – Fehlanzeige; mein neues MacBook Pro will ein Windoof 8 oder höher. Also mit dem Festplattendienstprogramm eine extra Partition angelegt und einen Windows 7 USB-Boot-Stock erstellt. Jedoch egal was ich mache, der USB-Boot-Stock wird nicht als Startmedium erkannt. Bei einem “normalen” PC tut er aber wie gewünscht.

Windows7 & BootCamp

Recherchen bei Dr. Gockel ergeben, daß das Windows 7 wohl im EFI-Modus auf dem MacBook Pro installiert werden will. Es gibt auch diverse Anleitungen hierfür, aber ich entscheide mich für die erprobte Methode und installiere ein frisches Windows 10 über das BootCamp. Das hatte ich bei meiner 1. SSD auch schon gemacht, aber irgendwie hatte ich dann 2 oder 3 Windows Partitionen und konnte nicht mehr mit MacOS X starten.

Dieses mal lief die Sache besser und ich hatte eine BootCamp Partition mit Windows 10. Also wieder Daten per Migrationsassistent vom alten MacBook Pro (Yosemite) per FireWire und Target-Modus übertragen. Nach ca. 3-4 Stunden war alles kopiert und ich machte einen Neustart. Nach diversen Neuinstallationen und/oder Updates veralteter Software bemerkte ich, daß mein neues MacBook Pro kein Startmedium mehr findet. Auf dem Bildschirm war nur der blinkende Ordner mit Fragezeichen zu sehen.

PRAM & SMC Reset

Nach diversen vergeblichen Versuchen, mit den üblichen Tastenkombinationen beim Start das MacBook doch noch zum Leben zu erwecken schlugen alle fehl! Ich hatte wieder die selben Symptome wie bei meiner ersten SSD. Es kam ein Verdacht auf, daß evtl. die SSD nicht kompatibel war. Recherchen bei Dr. Gockel trugen nicht zu weiterer Erkenntnis bei. Starten mit El Capitan USB-Boot-Stock und anschließenden Reparaturversuchen per Festplattendienstprogramm schlugen fehl weil gar keine interne Festplatte mehr angezeigt wurde!

Target Modus

Aus reiner Verzweiflung startete ich mein MacBook im Target-Modus und startete auf einem anderen Mac das Festplattendienstprogramm. Hier war die SSD Festplatte zu sehen, allerdings waren die beiden Partitionen ausgegraut und ich versuchte auch eine Reparatur. Doch auch die wurde verweigert. Ich versuchte die Größe der Partitionen zu ändern – ohne Erfolg; ich versuchte die BootCamp Partition zu löschen – ebenfalls ohne Erfolg!

Was tun? Guter Rat war teuer. Es kann doch nicht sein, daß eine fabrikneue SSD schon kurz nach dem Einbau den Geist aufgibt. Also zum letzten Mittel greifen und die SSD im Target-Modus neu partitionieren. Leichter gesagt als getan, denn ich konnte die Festplatte nicht mit HFS+ formatieren! Also habe ich auf der SSD zuerst nur eine einzige Partition angelegt und mit FAT formatiert. Das ging dann ohne Probleme.

MacBook Neustart

Also das MacBook mit dem El Capitan USB-Boot-Stock gestartet und voila, das Festplattendienstprogramm zeigte nun wieder die Festplatte an.
Erneutes Installieren (nach Mac-konfomen partitionieren und formatieren) funktionierte tadellos. Nach ca. 30 Minuten hatte ich wieder ein funktionierendes System.

Also dachte ich mir, zuerst ein wenig rumspielen, bevor wieder die ganzen Daten überspielt werden. Die Kiste lief soweit stabil! Also wieder zuerst per BootCamp Windows 10 installiert und die Daten per Migrationsassistent vom alten MacBook Pro übertragen. Rumspielen war angesagt. Die Benutzung war flüssig und ich dachte schon, ich habe gewonnen. Doch PUSTEKUCHEN!

Updates

Nach dem (unbeaufsichtigten) Einspielen von div. Updates, die mir der Obstladen (Appstore) anbot war ein Neustart erfoderlich, den mein MacBook Pro alleine durchführte. Als ich nach einer Weile wieder nach dem Fortschritt des Updates schaute, erblickte ich wieder den blinkenden Ordner mit Fragezeichen. Ein Neustart mit gedrückter ALT-Taste bot mir wieder nur an, ein Rettungssystem vom Netz zu laden; keine Laufwerke! PRAM & SMC-Resets brachten auch keine Besserung!

Abgebrochenes Update

Während meiner Suche nach Lösungen für mein Problem las ich in einem Forum, daß ein nicht bis zu Ende geführtes Update einen schwarzen Bildschirm produzieren kann. Abhilfe ist, mit gedrückter Shift-Taste in den abgesicherten Modus zu starten.

Vielleicht aus Verzweiflung oder Glück, habe ich beim Starten die Shift-Taste gedrückt und Tah-Tah, das MacBook startete und – führte das unvollständige Update zu Ende. Danach war ein Starten ins MacOS wieder möglich.

NTFS

Nach dem das nun geschafft war (puh!!), wurde nun auch wieder mehr Aufmerksamkeit auf die Windows Installation gelegt. Komischerweise war die per BootCamp angelegte Partition beim Start mit gedrückter ALT-Taste nicht zu sehen. Auch im Festplattendienstprogramm war nur die Mac-Partition zu sehen.

Auf meinem Schreibtisch war die Partition zu sehen und ich konnte auch darauf zugreifen. Ich hatte auch Parallels Desktop installiert und konnte Windows starten – aber eben nicht direkt als Startmedium auswählen (mit gedrückter ALT-Taste). Auch per Auswahl mit Startvolume in den Systemeinstellungen wurde sie mir nicht angeboten. Sehr seltsam!

Die Lösung für dieses Phänomen war/ist die Verwendung von Systemerweiterungen, die das Schreiben auf NTFS gestatten. Ich hatte Tuxera-NTFS, 3G-NTFS und Paragon NTFS for Mac OS X installiert. Nach dem deaktivieren dieser Erweiterungen war auf einmal eine Auswahl per ALT-Taste beim Starten möglich. Auch das Festplattendienstprogramm zeigte nun die BootCamp Partition wieder an und auch per Startvolume in den Systemeinstellungen konnte ich BootCamp wieder als Startvolume einstellen.

Fazit

Offenbar ist der Einsatz von “alternativen” SSDs, die nicht von Apple zertifiziert sind nicht ganz problemlos. Es kann meiner Meinung nach auch mit der EFI-Partition zusammenhängen, die evtl. beim ersten Anlegen im Mac zu klein für den Bootsektor war (ist vielleicht auch Blödsinn). Fakt ist, daß meine 1. SSD nach einer Weile nicht mehr vom MacBook erkannt wurde und das selbe ist auch mit der 2. SSD geschehen. Vielleicht hat die primäre Formatierung im Mac mit FAT und anschließender Formatierung mit HFS+ die SSD “geradegebogen”?

Momentan habe ich immer noch das Phänomen, daß bei einem Neustart per Finder im Mac OS bzw. in Windows 10 die Festplatte nicht gefunden wird (blinkender Ordner mit Fragezeichen). Erst das komplette Ausschalten und wieder Einschalten bringt sie mir zurück. Manchmal brauche ich auch wieder einen PRAM-Reset. Aber ich habe nun mehr Vertrauen in mein System um produktiv arbeiten zu können.


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